Windlichter weisen den Weg

In Bretzenheim wird diskutiert, ob es in Zukunft einen gemeinsamen Martinsumzug des gesamten Stadtteils geben soll, doch der Elternausschuss der Kita Gartengewann ist skeptisch. „Unser eigener Umzug ist mit eines der schönsten Feste des Kindergartenjahres“, sagt die zweite Vorsitzende des Elternausschusses, Birte Müller-Heidelberg, „und alles, was ihn so besonders macht, wäre mit deutlich mehr Personen nicht mehr umsetzbar.“

Die „Heimeligkeit“ des Gartengewann-Umzugs wurde auch in diesem Jahr wieder deutlich, als die Krippen- und Kindergartenkinder am Dienstag, 7. November, mit ihren Laternen in der Hand, Eltern und Großeltern im Schlepptau loszogen. Nach einem kurzen Einsingen auf dem Kitagelände führte ein Rundweg durch das umliegende Wohngebiet. Dadurch, dass viele der Kinder in den nahegelegenen Straßen wohnen, war der Umzug von geschmückten Häusern gesäumt, vor deren Türen Kerzen und Laternen aufgestellt waren, die den Gartengewannlern den Weg leuchteten. Immer vorweg die Blaskapelle, die Ingmar Kreibohm, Vater eines der Kindergartenkinder und Dozent am Peter Cornelius Konservatorium, aus seinen Schülerinnen und Schülern rekrutiert hatte. Ebenso ganz am Anfang des Zuges: Joker, das Pony, das seit mehreren Jahren mit seiner Reiterin Franka Dott unseren St.Martinsumzug begleitet. Vielen Dank an dieser Stelle an Kontaktfrau Nadine Tautphäus.

Auch wenn die Großen deutlich schneller voranpreschten und die Kleinsten ein wenig zurückfielen, sammelten sich doch alle wieder auf der Wiese am Ententeich nach Dreivierteln der Strecke. Hier wurde gemeinsam das Martinslied gesungen und Franka/Martin teilte publikumswirksam den Mantel. Laternen und Taschenlampen tauchten Pferd und Reiterin in ein schummriges Licht, so dass trotz Dunkelheit alle Kinder Gelegenheit hatten, das Schauspiel vom Rande der Absperrung aus zu beobachten. „Das wäre bei noch mehr Kindern kaum mehr möglich“, befürchtet Müller-Heidelberg. Auch nach der Rückkehr zur Kita hatten alle Kinder Gelegenheit, Joker noch einmal aus der Nähe zu betrachten und sogar zu streicheln, ohne dass allzu lange Schlangen entstanden oder das Tier aufgrund des Gewimmels unruhig wurde.

Der Ausklang des Martinsfestes, der letztlich länger andauert als der Umzug selbst, fand im Außengelände der Kita statt. Bei der Rückkehr der Kinder brannte bereits das Feuer, der Förderverein hatte Kürbissuppe gekocht, Eltern Martinsgänse gebacken, und es wurden Glühwein und Kinderpunsch ausgeschenkt (vielen Dank an alle Helfer). Das Autohaus Müller hatte Würstchen gespendet, das Backhaus Lüning Brötchen. Dadurch, dass die Kinder sich auf dem Gelände auskennen, war es auch für die Eltern ein sehr entspannter Abend, weil sie ihren Nachwuchs einfach laufen lassen konnten.

Damit St. Martin nicht nur als lustiges Fest in Erinnerung bleibt, sondern die Kinder auch seine Bedeutung verstehen, hatte es bereits am Morgen ein Treffen in der Turnhalle gegeben. Hier spielten die Vorschulkinder den Kleineren die Martinsgeschichte vor, und danach gab es für alle Martinsbrötchen – allerdings nur halb so viele, wie Kinder anwesend waren, so dass miteinander geteilt werden musste.